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Mittwoch, 29. April 2015

Die seltsamen Methoden des Personaldienstleisters XXXX

Vor rund einem Jahr, genauer: am 28. Mai 2014 hatte ich mich auf einen Vermittlungsvorschlag meiner Arbeitsvermittlerin hin bei einer Zeitarbeitsfirma per Email beworben. Zwei Tage später wurde ich von einer Mitarbeiterin dieser Firma telefonisch kontaktiert. Sie erteilte mir mehr oder weniger eine Absage, da meine Erfahrungen in diesem Bereich nicht ausreichen würden. Sie wollte sich in den nächsten Tagen vielleicht nochmal bei mir melden, was jedoch nicht geschah.

Eine Absage per Email bzw. schriftlich habe ich nicht erhalten. Zu keiner Zeit habe ich dem Unternehmen gegenüber erklärt, dass ich damit einverstanden bin, meine Daten über das Bewerbungsverfahren hinaus für weitere Vorschläge im Bestand zu halten. Ich habe diesem Unternehmen auch nie mitgeteilt, dass ich Newsletter von ihm erhalten möchte.

Vorgestern, also am 27. April 2015 fand ich von diesem Unternehmen nun folgende Mail in meinem Postfach vor:


Return-Path: XXXXXXXX@newsletter.zeitXXXXXXX.de
Received: from emita.mittwald.de ([188.94.250.251]) by mx-ha.web.de (mxweb006) with ESMTP (Nemesis) id 0LoWSI-1ZEx7012J0-00gVNq for [MeinName@web.de]; Mon, 27 Apr 2015 16:20:20 +0200
Received: from ovm1918 (ovm1918.internal [172.16.43.102]) by emita.mittwald.de (Postfix) with ESMTP id AE81B28655 for [MeinName@web.de]; Mon, 27 Apr 2015 16:20:19 +0200 (CEST)
To: " " [MeinName@web.de]
Subject: In Aufbruchstimmung? Zeit für Veränderungen!
Message-ID: [1430144419.553e45a37e306@swift.generated]
Date: Mon, 27 Apr 2015 16:20:19 +0200
From: zeitXXXXXXX GmbH [XXXXXXXX@zeitXXXXXXX.de]
Reply-To: zeitXXXXXXX GmbH [XXXXXXXX@zeitXXXXXXX.de]
MIME-Version: 1.0
Content-Type: multipart/alternative; boundary="_=_swift_v4_1430144419553e45a37f200_=_"
Organization: zeitXXXXXXX GmbH
X-Priority: 3 (Normal)
X-TYPO3MID: MID1771_t191465-0b8a9901f1ae5e5a6e58c84825088fdb
X-Mailer: TYPO3
X-Sender: p131879
Envelope-To: [MeinName@web.de]



Liebe Bewerberinnen und Bewerber,

und plötzlich weißt du: "Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und
dem Zauber des Anfangs zu vertrauen."  Meister Eckhart

Der Frühling ist da und mit ihm viele neue interessante Stellenangebote!


Wir suchen Personal in den Bereichen:

KAUFMÄNNISCH:

    Verkaufshilfe (m/w) - 450 € Basis - xxxxxxx
    Backoffice für Reklamationsbearbeitung (m/w)/Vollzeit - xxxxxxx
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    Bonitätsprüfer (m/w) im BackOffice/Vollzeit - xxxxxxx
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Bitte beachten Sie, dass diese Stellen mehreren Bewerbern in der Region angeboten werden. Zögern Sie nicht, rufen Sie uns an oder schicken Sie uns eine kurze Mail!

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!
   
         
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....




Zuerst dachte ich, das sei Spam, dann erinnerte ich mich jedoch an meine damalige Bewerbung. Da mir andere Personaldienstleister meist nach einigen Wochen nach Abschluss des Bewerbungsverfahrens mitteilen, dass sie zu ihrer Entlastung meine Daten löschen werden, wenn ich ihnen nicht ausdrücklich mitteile, dass ich in ihrem Bewerberpool bleiben möchte, begann ich zu recherchieren.

Die Eingabe des Suchbegriffs "Bewerberdaten löschen" brachte interessante Ergebnisse. Hier ein aussagekräftiges Zitat:

Jeder Bewerber hat das Recht, dass seine Bewerberdaten nach Ablauf des Einstellungsverfahrens unverzüglich gelöscht werden. Datenschutzrechtlich ergibt sich diese Verpflichtung aus § 35 Abs. 2 Nr. 3 BDSG, wonach Daten zu löschen sind, sobald ihre Kenntnis für die Erfüllung des Zwecks der Speicherung nicht mehr erforderlich ist.
(Quelle: https://datenschutz-agentur.de/loschfrist-fur-bewerberdaten/)


Der Versand von Newslettern ist im UWG geregelt:

Grundsätzlich benötigt man ... eine ausdrückliche Einwilligung des Empfängers, will man ihm Newsletter schicken. Dies regelt § 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG.

(Quelle: http://www.shopbetreiber-blog.de/2011/07/22/newsletter-einwilligung/)



Also wollte ich mein Auskunftsrecht wahrnehmen und antwortete gestern mittag wie folgt auf den Newsletter:


Sehr geehrte Damen und Herren,

der Erhalt dieses Newsletters wirft bei mir folgende Fragen auf:

1. Was berechtigt Sie Ihrer Meinung nach dazu, mir ohne meine vorherige ausdrückliche Einwilligung nach § 7 UWG Ihren Newsletter zuzusenden?

2. Woher haben Sie meine Email-Adresse bezogen? Im Hinblick auf Ihre Verpflichtung aus § 35 Abs. 2 Nr. 3 BDSG müsste diese Adresse in Ihrem Hause doch längst gelöscht sein.



Mit freundlichen Grüßen

...



Statt einer Antwort erhielt ich zwei Stunden später den nächsten Newsletter:


Return-Path: XXXXXXXX@newsletter.zeitXXXXXXX.de
Received: from emita.mittwald.de ([188.94.250.251]) by mx-ha.web.de (mxweb102) with ESMTP (Nemesis) id 0MbvdC-1Z37Ex0wtC-00JJY3 for [MeinName@web.de]; Tue, 28 Apr 2015 16:15:17 +0200
Received: from ovm1918 (ovm1918.internal [172.16.43.102]) by emita.mittwald.de (Postfix) with ESMTP id E164E28689 for [MeinName@web.de]; Tue, 28 Apr 2015 16:15:16 +0200 (CEST)
To: " " [MeinName@web.de]
Subject: In Aufbruchstimmung? Zeit für Veränderungen!
Message-ID: [1430230516.553f95f4b420a@swift.generated]
Date: Tue, 28 Apr 2015 16:15:16 +0200
From: zeitXXXXXXX GmbH [XXXXXXXX@zeitXXXXXXX.de]
Reply-To: zeitXXXXXXX GmbH [XXXXXXXX@zeitXXXXXXX.de]
MIME-Version: 1.0
Content-Type: multipart/alternative; boundary="_=_swift_v4_1430230516553f95f4b523d_=_"
Organization: zeitXXXXXXX GmbH
X-Priority: 3 (Normal)
X-TYPO3MID: MID1779_t191465-99123ceaa2fc1da1a7c927853d356052
X-Mailer: TYPO3
X-Sender: p131879
Envelope-To: [MeinName@web.de]



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Gegen 17:00 Uhr hatte ich dann einen verpassten Anruf von diesem Unternehmen auf dem Handy. Sie haben also auch meine Telefonnummer nicht gelöscht, wollen mir jedoch nicht in angemessener Form (nämlich schriftlich oder zumindest per Email, damit ich was in den Händen habe) die mir zustehende Antwort geben. Es besteht natürlich noch die Möglichkeit, dass ich in den nächsten Tag etwas mit der Briefpost erhalte. Daran glaube ich zwar nicht, werde jedoch an dieser Stelle mitteilen, wenn dem so sein sollte.

Das bisher entstandene Bild wird abgerundet durch den "Datenschutz"-Link im Newsletter: er führt zur Homepage des Unternehmens, auf welcher man unten wieder einen "Datenschutz"-Link findet, der wieder zur Hompage führt. Bei Eingabe des Suchbegriffs "Datenschutz" auf der Unternehmensseite erhält man als Ergebnis sämtliche Seiten des Internetauftritts, auf denen unten eben dieser "Datenschutz"-Link angebracht ist - jedoch keine weitere inhaltliche Aussage zum Thema Datenschutz.

Die Aufsichtsbehörde für Zeitarbeitsfirmen ist die Bundesagentur für Arbeit. Es wäre wünschenswert, wenn von Arbeitgebern dieselbe Gesetzestreue eingefordert werden würde, die auch von Arbeitslosen unter Androhung von Sanktionen erwartet wird.



Zum Abschluss noch ein nützlicher Link zu diesem Thema:
https://www.datenschutzbeauftragter-info.de/die-aufbewahrungsfristen-von-bewerberdaten/



Hinweise: In den Newsletterzitaten wurden aus Gründen der Anonymisierung Unternehmensdaten und Städtenamen mit "X" bzw "x" überschrieben. Die Adressen werden nicht in die Rubrik "Mail2Spammers" übernommen.

Sonntag, 16. Oktober 2011

Führungszeugnis

Manchmal geschehen offenbar doch noch Zeichen und Wunder! Gestern habe ich in meinem Briefkasten mein erweitertes Führungszeugnis vorgefunden. Und das nach nur zwei Tagen! Nun verstehe ich auch, warum man keinen Nachweis im Einwohnermeldeamt behalten hat. Der ist ja nun nicht mehr nötig, denn ich kann morgen, wenn man mich evtl. auf die Beantragung des Führungszeugnisses anspricht, gelassen das Führungszeugnis, ausgestellt am Tag des ARGE-Termins mit Poststempel vom Tag danach aus der Tasche ziehen. Dass es sich um ein privates erweitertes Führungszeugnis handelt, ist nicht mein Verschulden.

Dann werde ich morgen einmal schauen, auf welchen Arbeitsmarkt man mich nun vorbereiten will (so wieder das Maßnahmeziel lt. Eingliederungsvereinbarung), nachdem man mich nun drei Jahre lang auf einen Arbeitsmarkt vorbereitet hat, der mir zwar Spaß gemacht hat, den es für mich jedoch leider gar nicht gibt...

Freitag, 14. Oktober 2011

Termin im Jobcenter

Gestern war ich im Jobcenter (ehem. ARGE). Ich hatte vor zwei Wochen per email um einen Termin gebeten, um meine Bewerbungskosten für die letzten 12 Kalendermonate einzureichen.

Ich hatte, nachdem ich 2007/2008 ein halbes Jahr arbeitsunfähig erkrankt war und ein anschließendes amtsärztliches Gutachten meine 1994 festgestellten gesundheitlichen Einschränkungen nicht nur bestätigt, sondern sogar übertroffen hatte, aufgrund einer Zuweisung der ARGE als Friedhofsgärtner diese Eurojob-Stelle in der Ganztagsbetreuung der Beschäftigungsgesellschaft dieser Stadt angenommen. Nach einem halben Jahr wurde nochmal um ein halbes Jahr verlängert - mir machte der Job Spaß und mein Arbeitgeber war auch zufrieden. Ausserdem wurde mir gesagt, je länger ich das machen würde, umso größer wären meine Chancen auf eine Festanstellung in diesem Bereich. Als man mir nach einem Jahr Eurojob-Tätigkeit dann anbot, nochmals für ein weiteres Jahr im Rahmen einer §16e-Maßnahme zu verlängern, sagte man mir sogar, dies wäre mein Strohhalm, denn mit dem Zeugnis dieser Beschäftigungsgesellschaft würde ich dann auf jeden Fall eine Stelle finden.

Nach Abschluss dieser Tätigkeit wurde meine Berufsbezeichnung durch meine ARGE-Vermittlerin in "Erzieher" umgeändert. Gleichzeitig wurde ich, da ich ja im Verlaufe der Eurojob-Tätigkeit schwerbehindert wurde, der Schwerbehinderten-Abteilung der ARGE zugeteilt. Hier hatte ich nun seit September 2010 eine Vermittlerin, die dann Bewerbungen in diesem Bereich von mir verlangte. Nachdem ich ein halbes Jahr lang Absagen erhalten hatte, weil die Arbeitsstätten in diesem Bereich ausschließlich Menschen einstellen können, die eine staatlich anerkannte Erzieher-Ausbildung vorweisen können, sprach ich meine Vermittlerin auf den Sinn meiner Bewerbungsaktionen an. "Tja, was wollen wir dann machen?" kommt dann immer zurück. Eine Ausbildung in diesem Bereich käme für mich aufgrund des Lebensalters nicht mehr in Betracht.Ich solle es halt weiter versuchen. Mit meiner Einstellung, dass ich halt Geld vom Staat dafür bekomme, dass ich Bewerbungen schreibe, konnte sie sehr gut leben. Dass mich persönlich dieses "gegen-Windmühlen-rennen" quälen könnte, stand nicht zur Debatte.

Also hatte ich mich ein Jahr lang beworben und wollte nun meine Bewerbungskosten einreichen. Ich hatte mich schon gewundert, dass sich meine Vermittlerin nicht, wie im Mai verabredet worden war, im August bei mir gerührt hatte. Auf meine email hin bekam ich also zu gestern um 11 Uhr eine Einladung, wieder einmal von einer anderen Vermittlerin (jetzt hatte ich ja gerade herausgefunden, worauf meine Vermittlerin Wert legt, sie etwas kennen gelernt, schon ist sie wieder weg - das geht jetzt seit mehr als einem Jahrzehnt so). Und jede neue Vermittlerin testet dich von Grund auf neu durch - also immer wieder Leiter rauf um runter zu fallen, Leiter rauf, um runter zu fallen.....

Um 10.45 Uhr klopfte ich also gestern an die Türe dieser neuen Vermittlerin, um Bescheid zu sagen, dass ich da bin. Ich solle gleich reinkommen, war die Antwort. Sie stand weder auf und stellte sich mir als meine neue Vermittlerin vor (dieses Fünkchen Anstand und Respekt gegenüber dem Mitmenschen hatte zumindest bisher noch jede/r Vermittler/in, den/die ich seit 1994 kennen gelernt hatte, besessen). Ein Platz wurde mir nicht angeboten, sondern noch während ich im Stehen meine Unterlagen aus dem Rucksack holte, fragte sie mich nach Ergebnissen. Ich berichtete ihr von dem Vorstellungsgespräch, welches ich Ende August hatte, jedoch keinerlei Rückmeldung bekam, von anderen Stellen, die sich auf jeden Fall wieder bei mir melden wollten, dies aber nicht getan haben - und auch von den Absagen wegen fehlender Erzieher-Ausbildung.

Hier hakte sie sofort ein, indem sie mir bekundete, dass sie diese Bewerbungen für völlig sinnlos hält und nicht wisse, ob sie mir die anerkennen kann. Ich rollte ihr nochmal kurz wie oben geschildert die Geschichte der letzten drei Jahre auf und fragte sie, warum man mich dann drei Jahre auf diesem Zug fahren lässt. Eine Antwort blieb sie mir schuldig, statt dessen schlug sie mir vor, einen Eurojob zu machen. Ich sagte ihr, dass ich persönlich nicht gerade scharf bin auf einen weiteren Eurojob, der mich eh nicht weiter bringt, dass ich es halt machen würde, wenn sie mich dazu zwingt. Daraufhin schlug sie mir eine einjährige sog. Qualifizierungsmaßnahme im Bereich der Bürokommunikation vor - extra für Schwerbehinderte. (Anm. d. Verf.: So wäre ich dann wieder für ein Jahr aus der Statistik verschwunden - und um nichts anderes geht es beim Fördern und Fordern.) Ich berichtete ihr von meinen Erfahrungen in den Maßnahmen der letzten 17 Jahre, dass ich nämlich meistens den Dozenten im EDV-Unterricht helfen musste, aber für mich persönlich letztendlich nichts dabei herauskam. Natürlich würde ich das jedoch unter Zwang machen.

Also zwang sie mich. Ich hätte jetzt seit einem Jahr nichts mehr gemacht, also müsse ich eines von beiden machen. Ich entschied mich unter Zwang für den Eurojob.

Nun las sie mir ein paar Schulen vor, welche Schulhelfer suchen (von der Stellenbeschreibung sind das scheinbar Hausmeistergehilfenstellen). Da wäre eine gleich bei mir um die Ecke. Tatsächlich gibt es bei mir um die Ecke eine Hauptschule mit dem Namen, den sie mir sagte. Ich willigte ein, sie druckte die Zuweisung aus, gab sie mir und telefonierte mit der Beschäftigungsgesellschaft, die die Stelle vergibt (Das ist dieselbe Gesellschaft, bei der ich auch schon den Betreuungsjob gemacht habe), um einen Vorstellungstermin zu vereinbaren. Während dieses Gesprächs las ich auf der Zuweisung, dass es sich um eine Schule in einem ganz anderen Bezirk handelte: ein Gymnasium mit gleichem Namen wie die Hauptschule bei mir um die Ecke, welches am anderen Ende der Stadt liegt. Ausserdem stellte sich in dem Gespräch heraus, dass diese Stelle höchstwahrscheinlich schon vergeben ist. Na ja, macht nichts, sie schreibt jetzt mal diese Schule auf die Zuweisung, alles andere könne ich dann mit der Beschäftigungsgesellschaft aushandeln. Dass es sich um eine ganz andere Schule handelt, als sie mir sagte, ist halt ein Versehen.

Ihr ging es also nur darum, mich mit möglichst wenig Arbeit wieder für längere Zeit loszuwerden. Rechte? Fehlanzeige.

So - nun musste alles noch in einer Eingliederungsvereinbarung fixiert und mir der Antrag auf ein erweitertes Führungszeugnis ausgehändigt werden, welches ich noch am selben Tag beantragen solle.

Dann endlich nach 45 Minuten wurde mein Anliegen angegangen, weswegen ich eigentlich um den Termin gebeten hatte. Sie schaute den Antrag an (ich hatte 90 Euro eingereicht, schaute kurz auf die erste Seite meiner Liste mit den 58 Bewerbungen und fragte sofort, ob da online-Bewerbungen dabei wären, die dürfe man nicht mit reinrechnen. Ich entgegnete ihr, dass die letzte Vermittlerin, welche den Antrag letztes Jahr ausgestellt hatte, mir sagte, dass es pro schriftlicher Bewerbung 5 Euro und pro email-Bewerbung einen Euro geben würde. Ja gut, ob ich das irgendwie beweisen könne (Der Stapel mit den 58 Anschreiben bzw. Absagen/Bestätigungen lag seit 45 Minuten vor mir auf dem Tisch!). Letztendlich bot ich ihr an, hinter jeder aufgelisteten Stelle mit einem Kürzel zu vermerken, ob es sich um eine schriftliche oder um eine email-Bewerbung gehandelt hat (das haben früher die VermittlerInnen selbst erledigt, zumal es auf dem Vordruck gar keine Spalte für diese Eintragungen gibt). Während ich diese Arbeit erledigte, schaute sie sich die Ausdrucke durch und gab mir dann alles mit den Worten, dass es sechs Wochen dauern werde, bis ich das Geld erhalte, zurück.

Nach 55 Minuten war dann die Vorsprache, bei der mein eigentliches Anliegen drei Minuten in Anspruch genommen hat, beendet und ich fuhr heim, um zu Mittag zu essen.

Um 14 Uhr stand ich dann beim Einwohnermeldeamt für 20 Minuten in einer Warteschlange, um das Führungszeugnis zu beantragen. Der Antrag war von meiner Vermittlerin ausgefüllt worden. Bei einem erweiterten Führungszeugnis gibt es die Versionen "für private Zwecke" und "zur Vorlage bei einer Behörde". Angekreuzt war die zweite Variante, als Behörde war die ARGE bzw. das Jobcenter angegeben, als Arbeitsort eben dieses Gymnasium, von dem ich gehört hatte, dass es dort nichts werden wird. Nun fragte mich die Beamtin des Einwohnermeldeamtes, welche Variante ich beantrage. Ich antwortete ihr, dass ich es so benötige, wie es auf dem Antrag angekreuzt ist. Ob dieser Arbeitsplatz sicher ist, wollte sie dann wissen. Ich berichtete ihr von dem Gespräch, welches ich im Jobcenter mitangehört hatte und aus welchem hervorging, dass es nicht sicher sei, dass ich an gerade dieser Schule arbeiten werde. Dann beantragt sie mir lieber ein Zeugnis für private Zwecke, denn das wird an mich gesendet. Das Zeugnis zur Vorlage bei einer Behörde würde an diese Schule gesendet werden. Es könne allerdings sein, das dieses Zeugnis für private Zwecke dann nicht anerkannt werden würde, es sei zwar auch erweitert, würde aber nicht solange zurück reichen, wie das Zeugnis zur Vorlage bei einer Behörde. (Anm. d. Verf.: Ist schon komisch - der Bürger selbst darf nicht soviel darüber erfahren, was über ihn gespeichert ist, wie z. B. eine Schule !?!?). In diesem Falle müsse ich dann halt nochmal kommen.

Verwundert darüber, dass ich wohl nun auch noch die Arbeit der Behörden erledigen muss, verließ ich das Einwohnermeldeamt in der Hoffnung, dass ich als Beweis meiner Bemühungen (die Antragsformulare, die als Nachweis bei der Behörde verbleiben sollten - steht zumindest drauf - gab man mir wieder mit) zumindest in einer Woche mein privates erweitertes Führungszeugnis bekommen werde.

Am Montag wird dieser Wahnsinn dann weitergehen. Da habe ich mein Vorstellungsgespräch bei der Beschäftigungsgesellschaft.

Samstag, 27. August 2011

Positive Erfahrungen im T-Punkt

Im Dezember letzten Jahres hatte ich einmal beschrieben, welche Probleme mir die halbjährlichen Beantragungen des Sozialtarifs bei der Telekom bereiten.

Nachdem sich da schon im Februar etwas getan hatte (ich hatte keinerlei Schwierigkeiten, wurde nur NACH der Erledigung meines Anliegens kurz gefragt, ob man sonst noch etwas für mich tun könne, Internet z. B. ;) , als ich dankend verneinte, wurde ich auch in Ruhe gelassen), muss ich sagen, dass die Erfahrung, die ich neulich gemacht habe, alles bisher Erlebte in die Ecke stellt:

Man hat sich neu organisiert im T-Punkt. Es geht jetzt ähnlich zu, wie beim Arzt, denn man muss sich anmelden, wenn man den Laden betritt. Unterlässt man dies, kommt einem bald die Dame der Anmeldung hinterher, die mit Adleraugen bemerkt hat, wer den Laden betritt, während sie gerade Kundschaft hatte und sorgt dafür, dass man eine Anmeldenummer bekommt. Da war ich wirklich begeistert von, wie diese Dame das durchgezogen hat!

Man wird nach seinem Anliegen gefragt, dies wird auf einem Zettel mit Namen und Nummer festgehalten und man selbst erhält einen Zettel mit einer Nummer. Argwöhnisch wie ich bin, dachte ich natürlich, wenn die Mitarbeiter lesen, welches Anliegen ich habe, nämlich Verlängerung des Sozialtarifs, dann wird das wohl eine Weile dauern, bis ich dran komme, denn ich bringe ja weder dem Mitarbeiter noch dem Unternehmen etwas ein.

Es ging dann jedoch wider Erwarten gerecht zu, also der Reihe nach. Eine große, der Gerechtigkeit dienende Veränderung. Während der Wartezeit kann man sich entweder im Laden umschauen, oder sich von einem riesigen Widescreen unterhalten lassen.

Auch die Bedienung war super! Es wurde einzig und allein MEIN Anliegen abgearbeitet, ohne dass ich mich mit irgendwelchen zusätzlichen Angeboten und Überraschungsentscheidungen abquälen musste :)))

Donnerstag, 30. Juni 2011

Dispokredit

Meine Beraterin der Sparkasse kenne ich aus in unregelmäßigen Abständen eintreffenden Briefen, in welchen man mit immer neuen Vorschlägen an mein Geld will - und ich habe nicht einmal viel, aber auch das will man.



Am 20.06.11 schrieb mir meine Kundenberaterin einen Brief, dessen Kerninhalt ich hier wiedergebe:


... auf Ihrem Girokonto steht Ihnen ein Dispositionskredit zur Verfügung, um planen zu können.

Dieser Dispositionskredit ist frei von festen Rückzahlungsvereinbarungen oder monatlichen Raten, seine Höhe richtet sich nach Ihren monatlich eingehenden Bezügen.

Gerade dadurch bietet er Ihnen eine sichere Kalkulationsgrundlage für Ihre Verfügungen. Über kurzfristige Kontoüberziehungen und deren Rückzahlung entscheiden Sie selbst.

In der letzten Zeit wurden Ihrem Konto wesentlich geringere bzw. keine Gehaltseingänge gutgeschrieben.

Aus diesem Grund würden wir gerne ein Gespräch mit Ihnen führen. ...


Ich antwortete am 27.06.11 mit folgender Email:

... etwas befremdet über Ihr Schreiben lege ich Ihnen kurz meine finanzielle Situation dar:

Seit Mitte 1994 lebe ich von Alg I bzw. Alg II. Dementsprechend ist mein Dispokredit bereits in den 90er Jahren bzw. Anfang des neuen Jahrtausends von ursprünglich ca. 3500,- DM auf 3000,- DM gesenkt worden. Seit der Euroumstellung beträgt mein Dispokredit 1600,- Euro.

Hieran hat sich auch bei der Einführung von Hartz IV im Jahre 2005 nichts geändert, obwohl meine "Gehalts"-eingänge die 800,- Euro-Grenze nie überschritten haben.

Von September 2009 bis September 2010 hatte ich das Glück, in einer etwas besser bezahlten Maßnahme der ARGE tätig sein zu dürfen und hatte während dieses einen Jahres einen monatlichen Geldeingang von ca. 1100,- Euro - mein Dispokredit wurde mir jedoch nicht erhöht, weil auf meinem Konto wesentlich höhere Gehaltseingänge gutgeschrieben wurden.

Seit neun Monaten lebe ich nun wieder von Alg II - wobei der Zahlungseingang aufgrund der Anpassungen wesentlich höher ist als z. B. 2008 - und habe einen monatlichen Geldeingang von ca. einem Drittel weniger als von 09/2009 bis 09/2010, jedoch mehr als in den Jahren vor 2008.

Dass Sie dies als "wesentlich geringeren Geldeingang" bezeichnen, finde ich etwas unglücklich formuliert - mir zu unterstellen, auf meinem Konto "wurden in der letzten Zeit keine Gehaltseingänge gutgeschrieben" ist schlicht und einfach eine Frechheit.

Wenn Sie sich einmal die Mühe machen, falls dies überhaupt möglich ist, meinen Kontoverlauf seit Eröffnung des Kontos Ende der 70er Jahre bei der Kreissparkasse
XXXXXXXXXXXXX zu verfolgen, werden Sie feststellen, dass ich in diesen gut 30 Jahren, in welchen ich Kunde der Sparkasse war, immer einen relativ hohen Kontostand hatte (Geld, welches mir nicht verzinst wird, mit dem Sie jedoch arbeiten), in keinem dieser ca. 360 Monate keinen Geldeingang hatte und vor allen Dingen auf den Dispokredit nie zugegriffen habe.

Wenn Ihr System nur niedrigere Geldeingänge bemerkt und darauf reagiert (und noch dazu falsche Tatsachen unterstellt), jedoch nicht auf höhere Zahlungseingänge, so finde ich das schade für Ihre Kunden.

Sollten Sie sich, aus welchen Gründen auch immer, dazu veranlasst fühlen, meinen Dispokredit zu senken bzw. zu streichen, dann tun Sie das - ich sehe in diesem Zusammenhang keinen Anlass für ein Gespräch. ...


Folgende Antwort bekam ich per Email:

... danke für Ihre E-Mail.

Unser System hat uns die Vorschläge von einigen Kunden unterbreitet, deren Dispositionskredit zu reduzieren.


Das Schreiben war ein Standardschreiben, dass nicht unbedingt auf die jeweilige Sitation des Kunden Rücksicht nimmt.

Bei der Durchsicht Ihres Kontos konnte ich, wie Sie selbst beschrieben haben, mit Freude feststellen, dass eine Disporeduzierung nicht nötig ist.

Sehen Sie das Schreiben von uns bitte als erledigt. ...


Da frage ich mich schlicht und einfach, warum es nicht möglich ist, die jeweilige Situation des Kunden zu berücksichtigen, indem man die Sachlage prüft, bevor man Papier vergeudet, sondern den Vorschlägen des Systems vertraut.

Begründet man doch die bevorstehende Umstellung des bisherigen iTAN-Verfahrens auf smsTAN bzw. chipTAN unter anderem auch damit, dass die lästige Papierliste wegfällt - warum werde ich dann ständig mit für mich sinnlosen Briefen belästigt?.

Mittwoch, 1. Juni 2011

Bestrafung für die Arbeit


Wer mein Blog überflogen hat oder schon mal auf das Label "§16e-Maßnahme" geklickt hat, dem ist bekannt, dass ich von September 2008 bis September 2010 in einer Ganztagesbetreuung gearbeitet habe. Zunächst ein Jahr lang in einem Eurojob, dann als Verlängerung für ein weiteres Jahr in einer §16e-Maßnahme. Da man bei der §16e-Maßnahme nicht wie beim Eurojob nur eine sog. Aufwandsentschädigung von 1,25 Euro pro Stunde erhält, sondern dies eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit ansehnlichem Arbeitsentgeld darstellt, wude der Verwaltungsakt aufgehoben, d. h. ich habe kein Alg2 mehr bezogen. Nach Beendigung der Maßnahme musste ich dann alles wieder ganz neu beantragen, also einen neuen Erstantrag mit allen damit verbundenen Unannehmlichkeiten stellen.

Mein Arbeitsentgeld wurde während der Maßnahme nach TVÖD VKA Gr. 3 Stufe 1 bemessen. Die nächste Stufe wäre im September 2010 fällig gewesen, wenn ich ein weiteres Mal verlängert worden wäre.

Im März 2011 erhielt ich unverhofft eine Verdienstabrechnung von der Beschäftigungsgesellschaft, die die Maßnahme durchführte. Ich war für die zwei Wochen, die ich im September 2010 noch dort arbeitete, in die nächste Stufe (TVÖD VKA Gr. 3 Stufe 2) eingruppiert worden und erhielt daraus resultierend eine Nachzahlung von 424,23 Euro brutto. Da ich meine Lohnsteuerkarte schon längst wieder zurück erhalten hatte und man sich offenbar auch nicht die Mühe machen wollte, diese noch einmal von mir anzufordern, wurde ich kurzer Hand in die ungünstigste Steuerklasse 6 gepackt und somit blieben dann 291,62 Euro netto übrig, die mir überwiesen wurden.

Da ich inzwischen schon lange wieder im Alg2-Bezug war, musste ich diesen Zuverdienst natürlich meiner ARGE melden. Also schickte ich der Leistungsabteilung die Verdienstabrechnung in Kopie zu. Zurück bekam ich ein Schreiben mit dem Titel "Anhörung nach § 24 Zehntes Buch Sozialgesetzbuch (SGB X)", aus welchem ich ein paar Passagen zitiere:

"... nach meinen Erkenntnissen haben Sie Leistungen ... für die Zeit vom 1. März 2011 bis 31. März 2011 in Höhe von 126,77 Euro zu Unrecht bezogen ... Sie haben während des genannten Zeitraumes Einkommen aus Arbeit erzielt."
"Bevor ich eine abschließende Entscheidung treffe, gebe ich Ihnen hiermit Gelegenheit, sich zu dem Sachverhalt zu äußern. ..."

Also mal ehrlich, da kommt man sich wie ein auf frischer Tat ertappter Verbrecher vor, wenn man solch einen Brief erhält, nachdem man die ARGE von sich aus über die Veränderung der Einkommensverhältnisse in Kenntnis gesetzt hat. Aber dafür wurde halt die Hartz-Kommission jahrelang von Steuergeldern bezahlt: um sich Formblätter auszudenken, die den Alg2-Empfänger per se zum Verbrecher erklären. Würde mich mal interessieren, ob diese Kommission von der deutschen Wirtschaft auch solch schöne Aufenthalte in ungarischen Bädern zur Belohnung erhalten hat, wie sie die Wirtschaft ihren besten Mitarbeitern angedeihen lässt.

Aber zurück zum Thema: von diesen 424,23 Euro, die ich erarbeitet hatte im letzten Jahr durfte ich 160,09 Euro behalten, weil sie mir erst in diesem Jahr zuerkannt wurden! Das bleibt übrig von den Anreizen. Ich empfinde das eher als eine Bestrafung dafür, dass man arbeiten gegangen ist.

Als Bestrafung und Ungleichbehandlung empfinde ich auch die zweite Sache, über die ich heute schreibe.

Jeder Alg2-Empfänger erhält den gleichen Regelsatz. Das ist alles schön durchgerechnet worden und reicht den Theoretikern zufolge auch dafür aus, dass man sich auch noch 50 Euro für besondere Fälle zurücklegen kann. Auch seine Praxisgebühren muss man von diesem Geld bezahlen. Offenbar wird davon ausgegangen, dass diese Penner, die zu faul zum Arbeiten sind und stattdessen lieber zum Arzt rennen, um sich krank schreiben zu lassen, dann auch zusehen sollen, wie sie die Gebühr dafür zusammen bekommen.

Nach der Entfernung eines Tumors im März 2010 bin ich zu 60% schwerbehindert. Alle drei Monate muss ich zur Nachsorgeuntersuchung und somit 10 Euro Praxisgebühr entrichten. Über die sog. Chronikerregelung kann ich mich nicht von der Entrichtung dieser Gebühr befreien lassen, da ich als "gesund" gelte. Während der Maßnahme wurde das dadurch ausgeglichen, dass mir weniger Steuern abgezogen wurden, als einem Nicht-Behinderten. Jetzt, unter Hartz IV, bekomme ich genauso viel Geld wie Nicht-Behinderte, obwohl ich im Jahr 40 Euro Praxisgebühr entrichten muss, da ich gezwungen bin, diese Nachsorgeuntersuchungen über mich ergehen zu lassen.

Das ist schon seltsam, aber irgendwie auch wieder charakteristisch für das hier herrschende System: als ich durch Arbeit genug Geld hatte, um diese Gebühren nebenbei zahlen zu können, bekam ich auch noch steuerliche Vorteile, jetzt, wo ich mir sowieso nichts leisten kann, muss ich von diesem Nichts auch noch 40 Euro im Jahr für Praxisgebühren ansparen.

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Arbeitszeugnis aus der § 16e-Maßnahme

Ich hatte ja Anfang des Monats endlich mein Arbeitszeugnis aus der § 16e-Maßnahme, in welcher ich bis 13. September gearbeitet habe, zugeschickt bekommen und am 6. Dezember per e-mail einige Dinge beanstandet.

Mir wurde dann am 6.12. auch sofort eine Nachricht auf den AB gesprochen, worauf hin ich am 9.12. dann nochmal mit dem für die Zeugniserstellung zuständigen Mitarbeiter der Beschäftigungsgesellschaft dieser Stadt telefonisch den Inhalt des Zeugnisses abgesprochen habe.

Am 13.12. brachte ich mein altes Zeugnis zur Personalabteilung zurück und heute habe ich dann eine e-mail von gestern abend entdeckt, in welcher mir der Leiter der Personalabteilung eine Neufassung der Tätigkeitsbeschreibung vorschlägt.

Mit dieser Neufassung bin ich einverstanden. Leider können sie jedoch meine "Eurojob-Zeit" in dieser Tätigkeit in diesem Zeugnis nicht berücksichtigen, weil es sich bei einem Eurojob im Ggs. zur § 16e-Maßnahme nicht um ein Arbeitsverhältnis handelt.

Na ja, darum muss ich mich dann halt gegebenenfalls gesondert kümmern, aber grundsätzlich bin ich froh darüber, dass ich mich gewehrt habe und dass es was gebracht hat.

Sonntag, 5. Dezember 2010

Die TELEKOM und ihr Sozialtarif

Der zweite Brief, den ich gestern im Kasten hatte, war meine Dezember-Rechnung der Telekom.

Ich hatte im September, nachdem ich meinen Bewilligungsbescheid von der ARGE erhalten hatte, in einem Telekom-Laden den Sozialtarif beantragt. Schon alleine die Beantragung gleicht einem Martyrium, da man sich erstmal mit allen möglichen "Angeboten" der Verkäufer herumschlagen muss, bevor man dann letztendlich notgedrungen doch das bekommt, weswegen man eigentlich in den Laden gegangen ist: den Sozialtarif (so glaubt man zumindest...). Vor ein paar Jahren hat man mir den Sozialtarif z.B. erst gewährt, nachdem ich mich notgedrungen zu einer Teilnahme an dieser seltsamen "Happy-Digits-Aktion" bereit erklärt hatte, von der ich leider bis heute nicht weiss, wofür sie eigentlich gut ist, ausser, dass ich in bestimmten, vom Preisniveau her leider für einen "Hartzler"  indiskutablen Läden einkaufen müsste, um irgendeine Prämie zu bekommen, die ich nicht brauche.

Anders war es in diesem Jahr. Ich spazierte also Mitte September zu dem Telekom-Laden in der Innenstadt. Im Eingang standen drei Telekom-MitarbeiterInnen und führten eine angeregte Unterhaltung. Ich stellte mich also an einer der Verkaufstheken an. Der Verkäufer war mit Kunden mit einem offenbar schwierigen Problem beschäftigt, schaut nach einer gewissen Zeit mich an, schaut sich im Raum um, sieht, dass alle seiner KollegInnen beschäftigt sind und ruft dann schließlich nach 10 Minuten eine junge Dame aus dieser im Eingangsbereich plaudernden Gruppe her, damit sie mich bedient.

Statt sich um mein Anliegen zu kümmern, machte sie mir erstmal ein "super" Angebot, da sie auf ihrem Bildschirm sah, dass ich wegen meines alten Vertrages noch viel zu viel Cent pro Einheit zahlen würde. Mit dem neuen Angebot würde ich nur die Hälfte zahlen, ob sie das mal gleich für mich ändern soll? Meine Frage, ob denn bei diesem Tarif auch der Sozialtarif gelten würde, bejahte sie. Ich sagte ihr jedoch, dass ich jetzt erstmal für mein bestehendes Tarifmodell den Sozialtarif beantragen möchte und ließ mir von ihr ein Info-Blatt über den anderen Tarif geben. Zuhause bemerkte ich dann, dass ich bei diesem Tarifmodell erstmal verpflichtet bin, für glaub' ich 15,- Euro im Monat zu telefonieren, hierauf würden dann die 6,92 Euro des Sozialtarifs angerechnet. D.h., ich hätte im Monat ca. 8 Euro Gesprächsgebühren. Soviel telefoniere ich jedoch gar nicht, sondern liege immer unter den 6,92 Euro. Soviel zur kundenorientierten Beratung (da fragt man sich, wen denn die Berater und die Callcenter als "Kunde" bezeichnen, den Telekom-Kunden oder die Telekom selbst, denn die sog. "Beratung" zielt ja wohl eher auf Gewinnmaximierung ab, als auf eine wirkliche Wahrnehmung des Kundenanliegens).

Nachdem ich dann noch meine Handy-Nummer und E-mail-Adresse angegeben hatte, da sie dies angeblich brauchen, um mich über den Ablauf der Bewilligungsfrist zu informieren (was bisher immer per Briefpost geschah), konnte ich den Laden endlich verlassen - in der Hoffnung, mit meinem Sozialtarif wäre jetzt alles geregelt. Ich musste dann noch feststellen, dass ich mich mit meiner Unterschrift für die SMS-Benachrichtigung über den Ablauf des Bewilligungszeitraumes eigentlich nur dazu bereit erklärt habe, von der Telekom per SMS Werbung (z.B. über neue Tarifmodelle) zu erhalten. Na ja, erfahrungsgemäß werden jetzt nicht nur E-mail-Spam und Werbebelästigungen auf meinem Festnetzanschluss zunehmen, sondern ich werde auch noch auf dem Handy zugemüllt werden.

Anfang Oktober erhielt ich dann mit Datum vom 29. oder 30. September die Auftragsbestätigung der Telekom für meinen Sozialtarif mit Wirkung vom 1.10.10 - 28.2.11.

Anfang November erhielt ich eine Rechnung, in welcher mir von Ende September bis Mitte Oktober alle Gespräche berechnet wurden - ohne Berücksichtigung des Sozialtarifs ab 1. Oktober. Ich rief also bei der Hotline an, kämpfte mich durch das Menü, erklärte mich mit der Aufzeichnung des Gesprächs einverstanden und erfahre von der Dame der Hotline, nachdem sie mir auch erstmal das Tarifmodell verkaufen wollte, das ich schon im Laden der Telekom abgelehnt habe, dass das wohl ein Irrtum sei und sie davon ausgeht, dass mir das Geld demnächst oder dann in der nächsten Rechnung wieder gutgeschrieben wird. Sollte das nicht der Fall sein, solle ich nochmal die Hotline anrufen, sie (die Dame der Hotline) würde in meiner Datei einen Vermerk darüber machen, dass ich im November reklamiert habe.

Also gut, guten Glaubens an ihre Worte überwies ich erstmal den geforderten Betrag und wartete. Ein paar Tage später kam zwar keine Gutschrift, jedoch per Briefpost ein Info-Schreiben der Telekom in Bonn über den Ablauf des Bewilligungszeitraumes Ende Februar 2011 - dafür hatte ich nun meine Handy-Nummer hergegeben :(( !

Ja, und gestern kam dann wie gesagt die Dezember-Rechnung der Telekom: keine Gutschrift, sondern nochmals die Berechnung zweier Gepräche Ende Oktober - kein Sozialtarif.

Also wieder Hotline, Menue, Einverständniserklärung für die Aufzeichnung des Gesprächs und dann eine Dame, die mir erstmal, weil's ja so bequem ist und Hartz-IV-ler sowieso doof sind, erzählen will, dass ich keinen Sozialtarif beantragt hätte und der alte halt ausgelaufen sei. Nachdem ich ihr gesagt habe, mit welchem Datum meine Auftragsbestätigung für den Sozialtarif versehen war, dass ich bereits vor einem Monat reklamiert hätte und dies eigentlich auch in meiner Datei vermerkt sein müsste, siehe da, da hat sie's plötzlich entdeckt und sagte mir, dass mein Sozialtarif bis Ende Februar gehen würde. SUUUUPER ERKENNTNIS!!!!!!!!!!!!

Sie kam dann letztendlich auch zu der Überzeugung, dass mir da was gutgeschrieben werden müsste, wusste aber leider nicht, wie das geht und vertröstete mich auf Montag. Da würden sie mich dann zurück rufen, weil da dann eine Kollegin da sei, die wüsste, wie das geht.....

Ich nutzte dann noch die Gelegenheit, in einer einminütigen Redezeit mein Problem nochmal der Festplatte des Systems frei mitzuteilen und werde dann morgen sehen, was passiert. Vielleicht habe ich ja bald nur noch ein Handy mit NettoKOM-Karte und keinen Festnetzanschluss der Telekom mehr ;)

Endlich da!

Gestern war es nun endlich - nach knapp drei Monaten - im Briefkasten: mein Zeugnis. (Zurück)datiert auf den 14.09.10 mit Poststempel vom 02.12.10! Leider stehen nur die allgemeinen Aufgaben drin, die jeder in einer Ganztagesbetreuung Beschäftigte hat (ganz zu schweigen davon, dass das Jahr, in dem ich in diesem Projekt meinen Eurojob incl. Verlängerung "abgeleistet" habe, mit keinem Wort erwähnt ist), es steht nichts davon drin, dass ich als einziger des Teams ein Jahr lang den Küchendienst gemacht habe, dass ich ein Jahr lang den Schlüsseldienst hatte, dass ich in einer 9. Klasse Unterrichtsbetreuung gemacht habe, dass ich einen EDV-Raum für jugendliche Stellensuchende betreut habe, dass ich mich täglich um die Post in unserem Fach im Lehrerzimmer gekümmert habe, und schließlich, dass ich die Projektkasse verwaltet habe.

DAFÜR REISST MAN SICH NUN ZWEI JAHRE LANG DEN ARSCH AUF!!!!!!????????????

Naja, was soll's - soll ich mich darüber beschweren und dann in einem weiteren Vierteljahr ein anderes Zeugnis bekommen, wo dann wieder etwas anderes nicht stimmt? Nein, ich bin es jetzt langsam leid - alles in allem ist das Zeugnis gut und hilft mir vielleicht bei meinen Bewerbungen in diesem Bereich, auch wenn ich für das Jahr Eurojob keinerlei Nachweis habe.

Offenbar sind Hartz-IV-ler eben die Deppen der Nation, bei denen man erstmal alles ausprobieren kann, weil die ja eh nix checken.

Doch davon mehr in meinem nächsten Post, in dem ich über meine jüngsten Erfahrungen mit der TELEKOM berichten werde.

Donnerstag, 10. Juni 2010

Die §16e-Maßnahme

Tja, bei all der Arbeit kommt man nicht mehr zum posten ;)

Die nächsten Posts werden auch mehr ein Arbeitsprotokoll werden, weil mir die Arbeit hier immer mehr Unbehagen bereitet. Ich will das gar nicht weiter ausführen, damit eventuelle Leser jedoch verstehen, worum es eigentlich geht in allen Posts, die mit "§16e-Maßnahme" gelabelt sind hier eine kurze Zusammenfassung dessen, was bisher geschah:

Da ich nach der Tumoroperation vier Wochen lang krankgeschrieben war, musste ich eine Woche in meinen Urlaub legen, denn nach dreiwöchiger Krankheit wird so ein Eurojob abgebrochen.

Nach den Ferien und meinem Urlaub wurde der Eurojob um ein halbes Jahr verlängert. Da eine zweite Verlängerung nicht möglich ist, wurde mir von Seiten der Beschäftigungsgesellschaft angeboten, im Rahmen einer §16e-Maßnahme in der Ganztagesbetreuung weiterzuarbeiten. Ich würde dann kein HartzIV bzw AlgII mehr beziehen, sondern hätte - befristet für ein Jahr - eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Da man jedoch keinen Arbeitslosenversicherungsbeitrag zahlt, sondern nur die anderen Versicherungen, muss man nach diesem Jahr wieder HartzIV beantragen. Als ich etwas skeptisch wurde, was mir das dann bringen würde, wurde mir gesagt, es wäre mein "Strohhalm" in ein neues Berufsfeld, da ich ja dann ein aussagekräftiges Zeugnis von der Beschäftigungsgesellschaft erhalten würde, welches mir sozusagen Tür und Tor in sämtlichen Kinderbetreuungseinrichtungen öffnen würde.

Ich ließ mich also überreden, die ARGE war begeistert, meine Vermittlerin beglückwünschte mich, dass ich nun endlich etwas gefunden hätte, das mir zusagt und trug sofort die Berufsbezeichnung "Erzieher", wie sie mir sagte, in meine Kundendatei ein.

So endete denn der zweite Eurojob vor den Sommerferien 2009 und nach den Ferien begann die §16e-Maßnahme. Hier lief von Anfang an alles so besch**sen, dass ich sofort freiwillig auf Dauer den Küchendienst, den wir sonst wöchentlich wechselten, übernommen habe. Die frischen KollegInnen meinten teilweise, obwohl selbst Eurojobler, sie würden zur Teamführung gehören etc pp und die Teamleitung ließ alles laufen.

Tja - und seit heute ist bei mir der Ofen aus, ich finde diese Zustände in einer Maßnahme, die mich in den Arbeitsmarkt zurückbringen soll, untragbar - oder ist es da draußen im Arbeitsmarkt wohl inzwischen so, dass Abseiler belohnt werden und diejenigen, welche die Arbeit verrichten, die Opfer sind?

Sicherlich wird dieses kommende Protokoll subjektiv werden, aber dies ist mein Blog und ich schreibe meine Empfindungen auf ;)

Dienstag, 17. März 2009

Umgehaun...

...hat mich heute dieser Brief, den mir die Krankenschwester gebracht hat, nachdem ich gestern operiert wurde:












Zur Erklärung: ich arbeite seit ca. einem halben Jahr in einer sog. Arbeitsgelegenheit bzw. befristeten zusätzlichen Tätigkeit in einer Ganztagesbetreuung für Schüler der 5. bis 9. Klasse. Zuerst war ich ja skeptisch, wollte eigentlich was ganz anderes machen, aber bei der hiesigen Beschäftigungsgesellschaft meinte man, ich hätte Abitur, hätte Psychologie studiert und schon mal als Wachmann gearbeitet - ob ich mir vorstellen könnte, mit Kindern zu arbeiten?! Da ich kein Vater bin und mit Kindern nur insofern zu tun habe, dass mich der Lärm des Kindergartens gegenüber meiner Wohnung ständig in die Flucht treibt, war mir zwar schon mulmig, aber ich sah es natürlich, wie es die Politik verlangt, als Herausforderung und stimmte zu.

Tja - was soll ich sagen? Es gefällt mir! Offenbar habe ich eine Art, auf die die Kids einsteigen. Und ich merke, dass sie eigentlich nur laut und ungemütlich werden, wenn man sie nicht beachtet, wenn sich die Betreuer lieber miteinander unterhalten, statt ihren Job zu machen und auf die Kids zu schauen...

Nun musste ich ausgerechnet zum Ende der Maßnahme zur Entfernung eines Tumors ins Krankenhaus...